Warum sind Kinderfreundschaften wichtig?
Die Verbindung zu Gleichaltrigen ist grundsätzlich wichtig für die Entwicklung von Kindern. Anders als im Umgang mit Erwachsenen können sie ihren Freunden auf Augenhöhe begegnen. Sie teilen Interessen, Pflichten und Probleme und können sich darüber austauschen. So lernt euer Kind soziale Beziehungen aufzubauen und – wenn es älter wird – auch aufrecht zu erhalten. Im Umgang mit anderen Kindern erfährt euer Kind wie es ist, auf die Bedürfnisse von anderen einzugehen und zu teilen. Zusätzlich ist es besonders Kindern ein wichtiges Bedürfnis „dazu zu gehören“, denn Teil einer Gruppe zu sein stärkt das Selbstvertrauen. Dabei muss es nicht immer eine Gruppe sein, auch ein einzelner bester Freund oder eine beste Freundin ist wichtig für euer Kind. Es gehört zur Entwicklung dazu, sich von den Eltern und Erwachsenen abzugrenzen. Wenn da jemand ist, mit dem man das zusammen machen kann, hilft das bei diesem Prozess.
Keine Freunde: Woran kann es liegen?
Wille des Kindes: Nicht alle Kinder wollen Freunde finden. Manchen reicht es vollkommen aus, dass sie im Kindergarten oder in der Schule andere Kinder treffen. Den Nachmittag wollen sie dann für sich oder die Eltern und Geschwister haben. So lange euer Kind glücklich mit der Situation ist, solltet ihr keine Freundschaften erzwingen.
Andersartigkeit: Kinder können gemein sein. Der Kleidungsstil, eine große Nase oder eine Brille führen manchmal schon dazu, dass ein Kind ausgeschlossen wird. Auch Behinderungen oder Entwicklungsstörungen können dazu beitragen, dass euer Kind zum Außenseiter wird.
Verhalten: Kann euer Kind teilen und auf andere zugehen oder möchte es immer im Mittelpunkt stehen? Oftmals hat das Verhalten eures Kindes einen großen Einfluss darauf, ob andere Kinder gerne mit ihm befreundet sind.
Vorbilder: Kinder schauen sich fast alles von ihren Eltern ab. Wenn ihr selbst nur die nötigsten Kontakte pflegen, signalisiert eurem Kind, dass ihr keinen zu großen Wert auf Freundschaften legt. Dieses Verhalten überträgt sich auch auf den Nachwuchs.
Keine Freunde - Das können Eltern tun
Wenn sich Kinder nach Freunden sehnen, aber keine haben, kann das sehr belastend sein. Das Gefühl, nicht dazu zu gehören und keinen Anschluss in der Kita oder in der Schule zu finden, lässt Kinder glauben, an ihnen sei etwas falsch. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihre Kinder in dieser Situation unterstützen und ihnen das Gefühl vermitteln: „Du bist toll und liebenswert, so wie du bist“. Liebevolle und bestärkende Worte der Mutter und des Vaters sind nicht nur Balsam für die Kinderseele. Sie helfen auch dabei, das angeschlagene Selbstbewusstsein der Kleinen zu stärken – eine wichtige Voraussetzung dafür, offen auf Gleichaltrige zuzugehen.
Will es in der Kita oder in der Schule erstmal nicht mit der Freundessuche klappen, könnt ihr zusammen mit eurem Kind nach passenden Freizeitangeboten suchen. Denn teilen Kinder dieselbe Leidenschaft, entwickelt sich eine Freundschaft schon fast von allein. Hat eure Tochter Spaß am Tanzen? Dann sind Kurse mit Gleichaltrigen genau das Richtige. Möchte euer Sohn sich im Basketball ausprobieren? Dann meldet ihn beim örtlichen Sportverein an. Durch Gruppenaktivitäten werden nicht nur Berührungsängste abgebaut, sondern auch wichtige soziale Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Konfliktlösungsfähigkeit, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein erlernt. Liegen die Schwierigkeiten eures Kindes im Umgang mit anderen an dessen ruppigem Verhalten, können Gruppenaktivitäten wahre Wunder bewirken. Schüchterne Kinder hingegen können auf diese Weise ihr Selbstbewusstsein stärken, was sie langsam aus ihrem Schneckenhäuschen hervorkommen lässt.
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Jung sitzt alleine an einer Mauer gelehnt © pololia - stock.adobe.com
Mutter und farbiges Kind sitzen am Boden © Yakobchuk Olena - stock.adobe.com
Zwei Jungs sitzen an einer Mauer gelehnt am Boden © pololia - stock.adobe.com