1. Schafft eine angenehme Lern-Atmosphäre

Lernen fällt leichter, wenn sich Kinder wohlfühlen. Achtet auf einen ruhigen, gut beleuchteten Arbeitsplatz – frei von Ablenkung wie Fernseher oder Spielsachen. Ein gemütlicher Stuhl, etwas zu trinken und ein kleiner gesunder Snack sorgen für eine entspannte Lernstimmung. Diese positive Atmosphäre hilft, stressfrei in den Lernmodus zu kommen – ganz ohne Druck.

2. Plant genügend Pausen ein

Kinder haben eine deutlich kürzere Aufmerksamkeitsspanne als Erwachsene. Statt langer Lerneinheiten sollten Inhalte in kleine Etappen mit konkreten Zwischenzielen aufgeteilt werden. Regelmäßige Pausen fördern nicht nur die Konzentration, sondern schaffen auch Erfolgserlebnisse, die die Motivation stärken. Ideal: 20–30 Minuten Lernzeit, danach 5–10 Minuten Pause.

3. Lasst eurem Kind Raum für eigene Entscheidungen

Lernen klappt am besten, wenn es aus eigener Motivation passiert – und dazu gehört auch, selbstbestimmt lernen zu dürfen. Lasst eurem Kind deshalb immer wieder eigene Entscheidungen treffen: Was wird als erstes erledigt, wann soll die Pause kommen und müssen freiwillige Aufgaben heute wirklich erledigt werden?

4. Nehmt euer Kind ernst

Auch, wenn ihr als Eltern wisst, dass Hausaufgaben nun mal erledigt gehören – nehmt euer Kind ernst, wenn es einfach keine Lust hat oder denkt, dass das alles gar nie zu bewältigen ist. Euer ehrliches Verständnis wirkt Wunder auf die Motivation eures Kindes.

5. Lasst euer Kind erklären

Übergebt eurem Kind das Zepter und lasst euch von ihm erklären, was es da gerade gelernt hat. Stellt Fragen und sorgt so dafür, dass die Kinder in ihren eigene Worten Inhalte erklären können. Das fördert den Lerneffekt und stärkt das Selbstbewusstsein.

6. Stärkt eurem Kind den Rücken

Ob gute oder schlechte Noten: unterstützt eure Kinder, indem ihr zeigt, was schon alles gut gelaufen ist und dass ihr an sie glaubt. Das macht Mut und motiviert.

7. Bleibt entspannt

Leichter gesagt als getan – aber womit ihr eure Kinder beim Lernen am besten unterstützen könnt, ist ein entspanntes, wertschätzendes Miteinander. Atmet ein paar Mal tief durch, wenn ihr merkt, dass eure Geduld sich dem Ende neigt. Und achtet auch selbst auf Pausen, wenn es zu viel wird.

Tipps, wie ihr im Alltag eure Kinder motivieren könnt

Kinder motivieren | Vater hilft Kind beim Lernen
  • Sicherheit geben:

    Zeigt eurem Kind, dass ihr es immer unterstützt, wenn es nötig ist

  • Allein probieren lassen:

    Ermöglicht eurem Kind, Dinge selbst und von sich aus zu probieren

  • Loben:

    Lobt euer Kind bei Erfolgen – auch wenn es das große Ziel verfehlt hat

  • Niederlagen bewältigen:

    Macht eurem Kind bewusst, was es schon alles kann – und schlagt einen zweiten Anlauf vor

  • Leistungsdruck vermeiden:

    Setzt nicht eure „erwachsenen“ Maßstäbe an, sondern lasst eurem Kind sein eigenes Tempo

  • Unlust akzeptieren:

    Es ist ganz normal, dass ein Kind auch mal gar keine Lust hat, etwas zu lernen oder zu probieren

  • Auf Interessen eingehen:

    Kinder sind viel ehrgeiziger, wenn sie sich wirklich für eine Sache interessieren – lasst sie ihre Interessen selbst entdecken

Motivation für Kinder – Grundlagen für den eigenen Antrieb schaffen

Der Ursprung des Begriffs „Motivation“ liegt im lateinischen motus für Bewegung oder Antrieb. In der eigentlichen Wortbedeutung bezeichnet Motivation also die Beweggründe für eine Handlung und damit einen Antrieb, der aus dem Inneren eines Menschen kommt

Richtet man sich nach dieser Definition, ist es gar nicht möglich, andere Menschen zu motivieren. Man kann den inneren Antrieb nicht in jemanden „hineinlegen“. Sehr wohl kann man jedoch jemanden dabei unterstützen, diesen Antrieb zu entwickeln.

Wege bereiten anstatt Wege vorgeben

Eltern, die ihre Kinder motivieren möchten, sollten nicht ihre eigenen Leistungsmaßstäbe ansetzen. Ein Kind zu etwas zu überreden oder gar zu zwingen, wird seinen eigenen Antrieb langfristig sogar bremsen. Vielmehr können Eltern für ihre Kinder:

  • Wege bereiten, um sich selbst auszuprobieren

  • Anreize schaffen, um die eigene Motivation zu entdecken

  • Unterstützen, anstatt Lösungen vorzugeben

Wie viel Motivation braucht mein Kind?

Motivation zu haben, ist wichtig, da sind wir uns alle einig. Wichtig ist aber auch, dass der Antrieb von Kindern selbst kommen darf. Wo könnt ihr euer Kind in seiner Motivation unterstützen und wo wird es vielleicht doch zu viel?

Allgemeine Entwicklung

Auch, wenn es der allgemeine Förderwahn unserer Zeit nahelegt: Kinder brauchen im Grunde keine Motivation, um sich gesund zu entwickeln. Das spielerische Lernen und Entdecken ist Teil ihrer Natur und steht – wenn man sie lässt – von ganz allein im Mittelpunkt ihres Alltags.

Tipp: Natürlich könnt ihr euer Kind unterstützen, wenn es um Laufen lernen, Spracherwerb, Fahrradfahren oder Fingerfertigkeit beim Malen und Basteln geht – beschleunigen könnt ihr diese Entwicklung aber nicht.

Schule und Lernen

Für viele Kinder ist der Schritt vom Kindergarten zur Schule eine große Umstellung. Verpflichtung und Bewertung nehmen jetzt zu. Ihr könnt das Selbstbewusstsein eures Kindes stärken, indem ihr ihm jederzeit Unterstützung zusichert, aber es erst einmal selbst probieren lasst. So zum Beispiel bei den Hausaufgaben.

Tipp: Seid nicht zu perfektionistisch – lobt euer Kind, wenn es seine Aufgaben von sich aus erledigt hat. Und sprecht mit eurem Kind über die Schule, um herauszufinden, ob es Unterstützung benötigt.

Herausforderungen

Vom Dreimeterbrett springen, in den dunklen Keller gehen oder auch einem fremden Menschen die Hand geben – jedes Kind hat bestimmte Ängste oder Vorbehalte. Seid verständnisvoll und erzwingt nichts, wenn etwas euer Kind Überwindung kostet. Und: macht euch niemals über Ängste lustig.

Tipp: Manchmal hilft es, über Ängste zu sprechen, manchmal ist es auch die beste Motivation, wenn euer Kind weiß, dass es nicht unter Druck steht, bestimmte Dinge zu tun oder zu können. Begleitet es bei Herausforderungen, bis euer Kind es allein schafft.

Spaß am Lernen fördern

Spiele für Grundschulkinder finden

Jedes Fach hält für Grundschulkinder spannendes Wissen bereit und Wissbegierige möchten auch nach dem Unterricht noch etwas dazulernen. Mit unseren Lern- und Förderspielen geht das spielend leicht!

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Umgang mit Misserfolgen – Wie ihr eurem Kind durch Niederlagen helft

Mit Misserfolgen zurechtkommen

Leistung und Lernerfolge werden auch bei Kindern immer wichtiger. Was wir als Eltern nicht vergessen sollten, ist die Tatsache, dass Leistung und Niederschläge Hand in Hand gehen.

Tipp: Helft euren Kindern zu lernen, wie sie Rückschläge verkraften können und sich durch Misserfolge nicht aus der Bahn werfen lassen.

Selbstbewusstsein bei Kindern stärken

Ein starkes Selbstbewusstsein macht Kinder sicher und motiviert sie, Neues auszuprobieren. Dabei lernen Kinder wichtige Fähigkeiten und auch, mit eigenen Grenzen umzugehen. Das beginnt im Kleinkindalter und zieht sich durch die gesamte Kindheit.

Tipp: Unterstützt euer Kind, aber lasst es immer eigene Erfolge erleben. So wird es auch Rückschläge souveräner wegstecken.

Mit Ehrgeiz umgehen

Manche Kinder sind von Natur aus ehrgeiziger als andere. Sie brauchen kaum Motivation in der Schule, im Sport oder beim Spiel. Ehrgeizige Kinder leiden allerdings auch stärker unter Misserfolgen.

Tipp: Besprecht mit eurem Kind bewusst die Erfolge und zeigt auf, was es alles geschafft hat.

Anerkennung zeigen

Niederlagen sollten niemals verurteilt werden. Auch, wenn ihr gemeinsam lange für die missglückte Mathearbeit geübt habt – Misserfolge gehören zum Leben dazu.

Tipp: Macht eurem Kind klar, dass es alles getan hat, um eine gute Leistung zu erbringen und dass ihr stolz seid auf seine Ausdauer.

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