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Was ist Advent?
Das Wort „Advent“ geht auf das lateinische Wort „adventus“ für „Ankunft“ zurück. Damit wurde die Ankunft eines Besuchers bezeichnet, besonders von hohen Würdenträgern wie Königen und Kaisern. Das Wort übernahmen die Christen, um die Ankunft des Herrn, also von Jesus Christus, zu feiern. Zur Vorbereitung auf das Geburtsfest Jesu wurde im Mittelalter – außer an den Adventssonntagen – gefastet. Das ist heute kaum vorstellbar: Die Wartezeit bis Weihnachten wird mit vielen Sorten Plätzchen, Stollen und Schokolade versüßt.
Was ist ein Adventskranz?
Schon im frühen Mittelalter wurde von Papst Gregor die Anzahl der Adventssonntage auf vier festgelegt – im Gegensatz zur Ostkirche, die bis heute sechs Adventssonntage feiert. Der Brauch, an einem Kranz jeden Sonntag eine weitere Kerze zu entzünden als Symbol dafür, dass Jesus Christus Licht in die Welt bringt, geht auf den evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern zurück. Er stellte im Jahr 1839 einen Kerzenleuchter mit 23 kleinen roten Kerzen für die Wochentage und 4 weißen großen Kerzen für die Sonntage auf.
Nach dem ersten Weltkrieg übernahm auch die katholische Kirche den Brauch. Ursprünglich noch als Adventsleuchter, dann vor allem als Adventskranz, wie wir ihn heute kennen. Seither werden nahezu alle Kirchen zur Weihnachtszeit mit aus Tannenzweigen gebundenen Adventskränzen geschmückt. Und auch in den meisten Familien finden sich Kränze in unterschiedlichsten Gestaltungsarten – doch immer mit vier Kerzen.
Welche Zweige eignen sich für einen Adventskranz?
Für den Adventskranz eignen sich verschiedene Materialien. Klassisch sind Nadelgehölze wie Tanne, Kiefer oder Fichte, die mitunter aber relativ schnell nadeln. Hier empfehlen sich besonders die Zweige der Nobilis-Tanne, da diese nicht so schnell rieselt wie beispielsweise die Nordmann-Tanne. Eine gute Alternative sind Zypressengewächse wie Wacholder oder Thuja, die Ihre Nadeln sehr langsam verlieren. Für Abwechslung sorgen immergrüne Gehölze, wie zum Beispiel Buchsbaum, Efeu oder Stechpalme. Besonders schön ist es, wenn ihr für den Adventskranz eine Mischung aus verschiedenen Zweigen nutzt, sodass sich verschiedene Formen und Grüntöne abwechseln.
Adventskranz selber machen: So geht’s
Neben Zweigen eurer Wahl benötigt ihr für einen Adventskranz einen Rohling aus Styropor oder Stroh – dieser bildet die Grundlage für die Form des Adventskranzes und wird im ersten Schritt mit grünem Krepp-Papier umwickelt. Dann umwickelt ihr den Kranz bündelweise mit eurem gesammeltem Tannen- oder Laubgrün, das ihr bei Bedarf noch weiter mit einer Gartenschere zuschneidet. Tipp: Ordnet die Zweige wie Fischschuppen an, also immer leicht versetzt und in die gleiche Richtung weisend. So stellt ihr sicher, dass der Kranz gleichmäßig von Grün bedeckt ist. Das Ganze fixiert ihr mit grünem Blumendraht.
Jetzt fehlen noch die klassischen vier Kerzen auf dem Adventskranz, die ihr am besten mit vier Kerzenhaltern befestigt, die ihr fest in den Kranz steckt. Nach oben hin haben die Kerzenhalter klassischerweise auch einen Dorn, auf den wiederum die Kerze gesteckt wird, sodass sie nicht herunterfallen kann.
Der klassische Adventskranz ist an dieser Stelle fertig – darüber hinaus könnt ihr den Kranz aber nach Belieben weihnachtlich schmücken. Kleine Sterne, Weihnachtskugeln, Zimtstangen, Tannenzapfen oder Holzfigürchen können entweder mit Draht oder mit einer Heißklebepistole befestigt werden.
Bastelanleitung: der Adventskranz „to go“ für die Hosentasche
Ein Adventskranz muss nicht aufwendig hergestellt sein, um den traditionellen Weihnachtszauber zu versprühen. Unser Adventskranz „to go“ ist hier genau das Richtige und sorgt als Mitbringsel garantiert für ein Lächeln. Ihr braucht nur eine Streichholzschachtel, Ton- oder Buntpapier, vier Geburtstagskuchenkerzen inkl. Kerzenhaltern sowie weitere Verzierung nach Belieben – und schon kann’s losgehen!
Gibt es noch weitere Adventsbräuche?
Oh ja, so viele, dass wir hier gar nicht alle aufzählen können!
Zu den schönsten zählt wohl der Schwibbogen aus Thüringen. Bis heute werden die oft prächtig geschnitzten Holzbögen in die Fenster gestellt und die Kerzen daran entzündet. Auch der Schwibbogen symbolisiert den Gedanken, Licht in die Dunkelheit zu bringen: Die Bergleute, die selbst im Winter unter Tage arbeiten mussten, brachen in dieser Zeit im Dunkeln auf und kamen erst im Dunkeln wieder nach Hause, sahen also nie das Tageslicht. Brannten an einem Schwibbogen alle Lichter, bedeutete dies, dass alle Bergleute der Familie wohlbehalten nach Hause gekommen waren.
Ein deutscher Adventsbrauch, der ein regelrechter „Exportschlager“ wurde, ist der Adventskalender: Bis zum 24. Dezember bekommen die Kinder jeden Tag ein kleines Geschenk, um die Wartezeit zu verkürzen.
Zahlreiche Adventslieder wie „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, „Es kommt ein Schiff geladen“ oder „Wir sagen euch an den lieben Advent“ zeugen von der Freude auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Denn wenn es draußen dunkel und kalt ist, gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam zu singen.
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Bildnachweise:
Schwestern sitzen im Wohnzimmer und gucken sich den Adventskalender an © Natalia - AdobeStock