Die häufigsten Schlafprobleme bei Kleinkindern: Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
Echte, dauerhafte Schlafstörungen haben nur wenige Kinder. Dafür gibt es relativ häufig Probleme mit dem Einschlafen oder mit dem Durchschlafen. Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein: Die Kinder sind abends noch zu unruhig, um einzuschlafen
Die Kinder sind noch nicht müde und schlafen deshalb schlecht ein
Die Eindrücke des Tages wirken im Gehirn der Kleinen nach und verursachen Unruhe
Die Kinder haben noch keine Strategie entwickelt, um nachts ohne Hilfe wieder einzuschlafen
Der Schlafrhythmus der Kinder entwickelt sich schlichtweg noch
Wie viel Schlaf braucht mein Kind?
Feste Schlaf-Standards gibt es nicht, denn das Schlafbedürfnis von Kindern ist ebenso individuell wie ihr Appetit oder ihre Bewegungsfreude.
Als Faustregel gilt, dass Kinder in den ersten drei Lebensjahren etwa 12 Stunden Schlaf täglich brauchen. Babys schlafen sogar bis zu 14 Stunden täglich. Bis ins Grundschulalter hinein schlafen Kinder noch etwa 11 Stunden. Erst mit 10-12 Jahren beginnt sich das Schlafbedürfnis deutlich zu reduzieren bzw. die Schlafenszeit nach hinten zu verschieben. Faktoren, die sich auf das individuelle Schlafbedürfnis auswirken:
Jahreszeit: im Sommer schlafen Kinder häufiger etwas weniger als im Winter
Mittagsschlaf: Kinder, die mittags zwei Stunden schlafen, brauchen nachts entsprechend weniger Schlaf
Aktivität: nach anstrengenden Tagen brauchen Kinder häufig etwas mehr Schlaf
Was hilft gegen Schlafstörungen bei Kindern? – Tipps für Eltern
Ob gewöhnliche Schlafprobleme, wie sie bei einem Kleinkind normal sind, oder echte Schlafstörungen, wie sie manche Kinder entwickeln – folgende Tipps helfen beim Ein- und Durchschlafen.
Nähe: Reagiert, wenn euer Kind nachts aufwacht und geht zu ihm wenn es ruft – das gibt ihm Sicherheit und lässt es schnell wieder einschlafen.
Orientierung: Ein Nachtlicht oder eine halb geöffnete Tür zum Flur hilft eurem Kind, sich nachts zurechtzufinden – so schläft es eher von allein wieder ein.
Einschlafrituale: Vorlesen, ein Schlaflied singen oder einfach gemeinsam kuscheln – alles, was gewohnt ist und Nähe vermittelt, hilft eurem Kind, zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden.
Kuscheln: Körperkontakt hilft beim Einschlafen und beruhigt euer Kind auch schnell, wenn es z. B. von einem Albtraum geweckt wurde.
Zuhören: Angst vor der Dunkelheit, vor Monstern unter dem Bett oder vor dem Alleinsein solltet ihr nicht abtun oder auslachen – versucht besser, gemeinsam Wege zu finden, die Ängste zu bewältigen.
Ruhiger Abend: Toben, Computerspiele oder Fernsehen am frühen Abend sind ok, sollten aber kein Einschlafritual sein.
Einschlafgespräch: Vielen Kindern hilft es, abends im Bett noch mal mit Mama und Papa über die Ereignisse des Tages zu sprechen, um Erlebtes zu verarbeiten.
Geeignete Schlafumgebung: Kinder lieben Kuscheltiere, bunte Poster und Nachtlichter – aber Zuviel kann den Schlaf stören. Weniger Sinnesreize im Kinderzimmer helfen, abends zur Ruhe zu kommen.
Bewegung: Herumtoben an der frischen Luft und ausgewogenes Essen fördert einen gesunden Schlaf.
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Bildnachweise
Frau liegt mit einem Mädchen im Bett und beruhigt es © Photographee.eu - stock.adobe.com
Baby steht im Gitterbett © Halfpoint - stock.adobe.com
Mutter und Kind kuscheln im Bett © Trendsetter Images - stock.adobe.com
Junge schläft mit Kuscheltier im Bett © photophonie - stock.adobe.com