Kinderhaut ist sehr empfindlich
Die Haut von Kindern und Babys ist um ein Vielfaches dünner als Erwachsenenhaut. Außerdem produziert sie noch nicht ausreichend Melanin, das für den Eigenschutz der Haut verantwortlich ist. Deshalb ist ein guter Sonnenschutz für Babys und Kinder vor allem im Sommer ein Muss!
Checklisten mit wirksamen Sonnenschutz-Tipps für Babys und Kinder
Grundsätzlich gilt: Je jünger Kinder sind, desto vorsichtiger solltet ihr im Umgang mit Sonne sein. Schatten ist der natürlichste Sonnenschutz für euer Kind: Speziell am Strand oder im Garten ist ein Plätzchen im Schatten wichtig.
Die wichtigsten Regeln zum Sonnenschutz für Babys
Im ersten Lebensjahr sollten Babys keinesfalls direkter Sonne ausgesetzt werden! Meidet auch mit Sonnenschutz, wie einem Schirm oder einem Sonnensegel die pralle Sonne.
Sonst besteht die Gefahr, dass das Kind überhitzt wird.
Auf Sonnencremes sollte bei Babys unter einem Jahr verzichtet werden, da nicht ausreichend untersucht ist, wie chemische UV-Filter auf die empfindliche Haut wirken.
Lasst euer Baby auch im Schatten vollständig bekleidet und wählt sonnendichte Kleidung.
Die wichtigsten Regeln zum Sonnenschutz für Kinder
Baby- und Kinderhaut braucht Zeit, um sich an die Sonne zu gewöhnen. Beginnt in der warmen Jahreszeit mit kurzen Sonnenzeiten und achtet auch im Frühling auf UV-Schutz.
Vermeidet direkte Sonneneinstrahlung und bleibt zwischen 11 und 15 Uhr am besten drinnen oder zumindest im Schatten. Während dieser Zeit ist die UV-Strahlung dreimal so intensiv wie am Rest des Tages.
Achtet darauf, dass die Kleidung eurer Kinder möglichst wenig UV-Strahlung auf die Haut lässt. Nutzt dafür am besten UV-Schutz-Kleidung mit einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor (mindestens 40). Habt ihr keine UV-Schutz-Kleidung, dann zieht eurem Kind lieber dunkle statt heller Kleidung, Baumwolle statt Kunstfasern und trockene statt nasser Kleidung an. Mehr als Arme und Beine sollten nicht der Sonne ausgesetzt sein.
Cremt die unbedeckten Hautstellen eurer Kinder sorgfältig mit Sonnenschutzmittel ein – auch im Schatten – und nutzt dazu eine kindgerechte Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF). Cremt auch den Rest der Haut gleichmäßig und regelmäßig ein (besonders nach jedem Baden).
Schützt die Augen der Kinder mit einer Sonnenbrille. Achtet dabei auf Prüfsiegel wie CE-Zeichen und “UV 400”.
Achtet bei Medikamenten, die euer Kind einnimmt, auf Nebenwirkungen in der Sonne.
Erst ab dem 15. Lebensjahr hat die Haut notwendigen Eigenschutz aufgebaut. UV-Schutz sollte bei Kindern und Erwachsenen aber trotzdem immer einen hohen Stellenwert haben.
Richtig eincremen für den besten Sonnenschutz
Wenn euer Kind in der prallen Sonne spielt, ist ein ordentlicher Sonnenschutz das A und O, um die empfindliche Kinderhaut zu schonen. Mit Sonnencreme schützt ihr alle Hautflächen, die nicht von Kleidung bedeckt werden, also beispielsweise Gesicht und Ohren, Hals, Hände und Füße. Wenn euer Nachwuchs nur in Badekleidung unterwegs ist, dann natürlich auch Oberkörper, Arme und Beine.
Welche Sonnencreme ist die richtige?
Wählt die Sonnencreme mit Bedacht aus und prüft, ob euer Kind diese verträgt. Generell eignen sich für die empfindliche Kinderhaut vor allem sensitive Cremes und Lotionen, weil sie die Haut mit mehr Feuchtigkeit versorgen als beispielsweise Gele. Dünnflüssigere Sonnenschutz-Sprays sind zwar praktisch, liefern aber nach einem Auftragen nicht den gleichen Schutz wie eine Sonnencreme – hier müsst ihr zwei- bis dreimal nachsprayen und die Creme gut verteilen.
Achtet auf einen Sonnenschutz mit hohem oder sehr hohem Lichtschutzfaktor (LSF) von 30, 50 oder sogar 50+. Der LSF beschreibt, wie viel mal länger sich euer Kind in der Sonne aufhalten kann, ohne erneut Sonnencreme aufzutragen. Mit einem LSF von 30 kann euer Kind also zum Beispiel 30 mal länger in der Sonne bleiben. Multipliziert wird der Lichtschutzfaktor mit der Eigenschutzzeit, die sich aus dem Hauttyp ergibt. Trotzdem empfiehlt es sich, spätestens alle zwei Stunden eine neue Schicht Sonnencreme aufzutragen – so seid ihr auf der sicheren Seite.
Außerdem sollte die Sonnencreme sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen schützen und idealerweise wasserfest sein, damit ihr euer Kind nach dem Sprung ins Wasser nicht gleich erneut eincremen müsst.
Wichtig: Verzichtet bei Babys möglichst noch auf das Eincremen mit Sonnencreme und meidet die Sonne bestenfalls. Die Babyhaut ist besonders empfindlich und demnach vielleicht noch nicht ganz verträglich gegenüber Sonnenschutzmitteln. Hier könnt ihr euch, ggf. gemeinsam mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt, nach dem ersten Lebensjahr eures Babys gemeinsam herantasten und schauen, welche Sonnencreme geeignet ist.
Sonnenschutz für Kinder zum Anziehen
Warum ist Sonnenschutz zum Anziehen sinnvoll?
Sonnencreme bietet guten Schutz vor UV-Strahlung. Aber: Sand und Kleidung können Creme abwischen und Schweiß und Wasser waschen sie teilweise ab. Dazu kommt, dass durch die Reflektion der Strahlen auf Wasser und hellem Sand die UV-Strahlung vervielfacht wird. Um mit Sonnencreme zuverlässigen Schutz zu garantieren, muss ständig kontrolliert und nachgecremt werden. Und manche Stellen wie Kopfhaut und Augen lassen sich mit Creme nicht schützen. Den wirksamsten Schutz bietet – neben schattigen Plätzen – deshalb eine funktionale Sonnenschutz-Kleidung “von Kopf bis Fuß”.
Manchmal wollen eure Kinder auch einfach ganz ohne spezielle Kleidung oder lästiges Eincremen draußen sein. Außerdem findet ihr unterwegs nicht immer ein schattiges Plätzchen, um der Sonne zu entkommen. Doch praktischerweise gibt es hier einige wirkungsvolle Sonnenschutz-Lösungen, mit denen ihr sowohl zu Hause als auch unterwegs für angenehmen Schatten sorgt.
Sonnensegel empfehlen sich beispielsweise für euren Garten oder die Terrasse und schaffen große, schattige Bereiche, in denen die Luft weiterhin wunderbar zirkulieren kann, sodass sich keine Hitze staut. Verschiedene Formen und Abmessungen stellen sicher, dass sich für jedes Zuhause die passende Lösung findet. Sonnenschutzsegel können beispielsweise zwischen Bäumen oder Hauswänden mit Karabinern befestigt werden. Sonnenzelte sind die perfekte Lösung für den Ausflug zum Strand, sorgen aber auch in eurem Garten für das gewisse Urlaubsfeeling. Für den Spaziergang mit Kinderwagen eignen sich kleine Sonnentücher, die Zugluft und Sonnenlicht abhalten, damit euer Baby nicht ins Schwitzen kommt. Bei sommerlichen Autofahrten hilft ein einfacher Auto-Sonnenschutz an der Fensterscheibe, der schädigende UV-Strahlen sicher fernhält.
Welche unterschiedlichen Hauttypen gibt es?
Unsere Hauttypenübersicht zeigt, welche unterschiedlichen Hauttypen es gibt und wie die entsprechende Eigenschutzzeit der Haut ist. Beachtet auch hier: Da bei Kindern bis 15 Jahren die Lichtschwiele, d. h. der Eigenschutz der Haut, noch nicht vollständig ausgebildet ist, gilt das Ergebnis der nachfolgenden Hauttypenbestimmung bei Kindern nur sehr, sehr eingeschränkt und gibt nur eine grobe Orientierung.
Bitte sprecht zur sicheren Bestimmung des Hauttyps eures Kindes mit einem Hautarzt bzw. einer Hautärztin!!!
Hauttyp I
| Beschreibung | Sonnenbrand | Bräunungsgrad | Eigenschutz der Haut |
|---|---|---|---|
| Haut: sehr helle, extrem empfindliche Haut Sommersprossen: sehr häufig Haare: rötlich Augen: grün, blau, selten braun | immer schwer, schmerzhaft | keine Bräunung, Haut schält sich | 5 - 10 Minuten |
Hauttyp II
| Beschreibung | Sonnenbrand | Bräunungsgrad | Eigenschutz der Haut |
|---|---|---|---|
| Haut: helle, empfindliche Haut Sommersprossen: häufig Haare: blond bis braun Augen: blau, grün, grau | meistens schwer, schmerzhaft | kaum Bräunung, Haut schält sich | 10 - 20 Minuten |
Hauttyp III
| Beschreibung | Sonnenbrand | Bräunungsgrad | Eigenschutz der Haut |
|---|---|---|---|
| Haut: hellbraun Sommersprossen: keine Haare: dunkelblond, braun Augen: grau, braun | seltener, mäßig | gute Bräunung | 20 - 30 Minuten |
Hauttyp IV
| Beschreibung | Sonnenbrand | Bräunungsgrad | Eigenschutz der Haut |
|---|---|---|---|
| Haut: braun Sommersprossen: keine Haare: dunkelbraun, schwarz Augen: blau, braun bis dunkelbraun | kaum | schnelle und starke, Bräunung | ca. 45 Minuten |
Hauttyp V
| Beschreibung | Sonnenbrand | Bräunungsgrad | Eigenschutz der Haut |
|---|---|---|---|
| Haut: dunkelbraun Sommersprossen: keine Haare: dunkelbraun bis schwarz Augen: dunkelbraun | selten; wenig empfindliche Haut | keine | keine |
Hauttyp VI
| Beschreibung | Sonnenbrand | Bräunungsgrad | Eigenschutz der Haut |
|---|---|---|---|
| Haut: dunkelbraun Sommersprossen: keine Haare: schwarz Augen: dunkelbraun | sehr selten; wenig empfindliche Haut | keine | ca. 60 - 80 Minuten |
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Bildnachweise
Baby mit Schwimmkleidung im Wasser © moofushi - stock.adobe.com
Kind mit Sonnencreme auf dem Rücken © Tomsickova - stock.adobe.com
Kind neben Wanderrucksack © EVERST - stock.adobe.com